Vorweihnachtliche Zeit 2008, das Kalenderjahr nimmt seine letzten langen Atemzüge und bereitet sich auf seinen Abschied vor, auf den Weihnachtsmärkten treffen sich Arbeitskollegen und geniessen Glühwein mit Schuss. Alle Geschenke sind besorgt?
Unter dem Weihnachtsbaum dann die kleine, unscheinbare Verpackung mit dem Präsent, welches einen kleinen Schritt in eine wunderbare Zukunft bedeuten wird: Der Startpatz zum Berlin-Marathon 2009-der Beginn einer einmaligen Reise.
Januar 2009: Haben wir noch genügend Zeit für die Vorbereitung? Wie ist das nochmal mit der Ernährung? Trainingsplan, welcher Trainingsplan? Mal hören, was die (Lauf)Freunde in der nächsten Epoche anstreben. Was, Du startest dieses Jahr in Berlin, und Du auch? Eine Gemeinschaft ist entstanden, laufen können wir ja alle, der Rest kann doch nicht so schwer sein.
Die Tage werden langsam wieder länger, Tageslicht verdrängt weiter und weiter die Dunkelheit, man nimmt sich dann wieder vor, an kleineren Volksläufen zu starten, die warum auch immer gerne Winterlaufserien genannt werden ( schon mal was von Sommerlaufserien gehört, ich nicht). Mammutdistanz: 7,5km. Welch eine Ernüchterung! Wie kann ein Körper in solch einer kurzen Zeit so einrosten?
Haben wir noch genug Zeit?
Das erste Etappenziel steht an: Der Königsforst-Halbmarathon. Locker angehen, nur keinen zu großen Ehrgeiz, wir sind noch in den Anfängen der Vorbereitung. Startschuss! Volles Tempo, sonst macht es doch wirklich keinen Spass, jegliche Vernunft dahin. Aber nur bis Kilometer 17, na , dann trödeln wir eben ins Ziel.
Ab jetzt keinen Alkohol?
Lange Laufeinheiten in der Eifel. Der Stadtmensch steht dem Berg gegenüber. 16 Kilometer bergauf und bergab. Laufen ist schön!
Mittwoch am Aachener Weiher: Sind wir Sprinter? Zehn mal 200 Meter? Die Tage werden länger.
Bonn, oh Bonn im April und Dein Halbmarathon, Dein Verpflegungsdorf bleibt uns allen in schöner Erinnerung.
Beginnt jetzt die Vorbereitung?
Dr Ruhrpott ruft. Es ist Mai! Erfahrene Lauftrainer untersagen eine Teilnahme an zwei Halbmarathons binnen eines Monats, wir starten. Was unser Vorzeige-Promi-Abnehm- und Zunahme-Sportler-ich-bin-in-allen-TV-Kanälen Rainer Calmund macht, machen wir schon lange. Aber warum muss es denn unbedingt regnen?
Mit dem Beginn der sommerlichen Jahreszeit zeigt das Training sein ernstes Gesicht: Die Intervalleinheiten werden härter, die Distanzen länger, so langsam verschwenden wir die ersten Gedanken an die 30er. Der Sommer unterstützt uns mit herrlicher Abendatmosphäre, mehr und mehr Läufer säumen die Laufstrecken im Stadtwald, die heisse Phase der Stadtmarathons wird eingeläutet. Ein ungeheures Gemeinschaftgefühl ist in der Grupe spürbar, welches auch durch den kurzfristigen Rücktritt unseres Betreuers nicht beinflusst werden kann, die Gruppe wächst zusammen, lange Läufe führen zu strahlenden Gesichtern, der letze Vorbereitungslauf steht an, der Spoho-Halbmarathon in Köln ruft, wir sind dabei. Nicht nur, dass der Lauf gemeistert wird, nein, wir besiegeln die Geburt einer neuen Laufgemeinschaft, die Fast Foots Köln erblicken das Licht der Welt. Was soll uns noch passieren?
Sind wir nicht doch ein wenig nervös. Abschied in den Vor-Marathon-Urlaub.
Flughafen Tempelhof. Genau dort treffen sich die Hostages des Laufens. Es ist Marathon-Wochenende in Berlin. Die "Vital-Messe" verlassen wir stolz mit unseren Startnummer und diversen Laufutensilien, wann fällt der Startschuss?
Samstagmorgen. Schloß Charlottenburg. Sämtliche Sprachen dieser Welt können vernommen werden, der Berliner Himmel hat die Sonne zum Lächeln geschickt. Ein Schwarm von mehreren tausend Läufern bewegt sich zum Olympia-Stadion, Einzug der Gladiatoren in die Arena, Gesänge sind zu hören. Des Läufers letzte Mahl vor dem großen Ereignis wird zu sich genommen, möchte jemand noch Nudeln?
Endlich, endlich ist es soweit. Wir und rund vierzigtausend weitere Läüfer pendeln aufgeregt zum Start am Tiergarten, das Hineinschummeln in die vorderen Startboxen beherrschen wir doch aus dem Eff-Eff. Neun Uhr, 20. September 2009, es ist vollendet, der Startschuss fällt.
Vergessen wir alle Pläne, laufen wir einfach. Die Sonne strahlt die Läufer an, noch denken wir nur ganz schüchtern an die Hitze, die uns begleiten wird. Aus der Begleitung wird ein wesentlicher Einfluss, die Anstrengung nimmt deutlich zu. Kilomter um Kilometer wird erobert, der Gedanke, durch das Brandeburger Tor ins Ziel zu laufen, verdrängt jeglichen Schmerz.
"Unter den Linden" steht auf dem Strassenschild, Kilomter 41 ist absolviert, das Ziel vor Augen. Geschaft, man läuft an den Tribünen vorbei, die man seit Jahren aus den zahlreichen Berichten kennt.
Vier glorreiche Teilnehmer finden sich Zielbereich wieder, die Zeiten werden natürlich ausgetauscht, doch welch ein sagenhaftes Gefühl, wie schnell dieser Teil der Herausforderung in den Hintergund gerät, man spürt deutlich die Zufriedenheit.
Nimmt man dieses Erlebnis, die Erfahrung, die wir alle gemacht haben, den Erfolg jedes einzelnen, so werden diese Bilder immer in unserer Erinnerung bleiben.
Euer Stefan
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Hallo liebe Fast Foots,
AntwortenLöschenich bin sehr stolz auf euch alle und beneide euch um dieses einzigartige Erfolgserlebnis.
Ich hoffe ihr seid alle gesund und munter. Haben alle Achillesfersen und Hüften gehalten?
Hoffe ich seh euch heute Abend im Fitty.
Liebe Grüße Uta
Hallo Stefan,
AntwortenLöschendanke für den wunderschönen Bericht!
Du hast es wieder mal treffend auf den Punkt gebracht.
Ich freue mich schon auf weitere gemeinsame Erfolgserlebnisse mit Euch!
L.G. Harald