So gesehen war das Laufjahr 2009 durchaus mit einigen Besonderheiten ausgestattet. Zunächst wird die gewohnte Lauftruppe gesprengt, dann der Einbruch bei dem so intensiv vorbereiteten Saisonhöhepunkt.
Jeder von uns kennt das Gefühl, immer wieder von vorne zu beginnen, getreu dem Motto "nach der Qual ist vor der Qual...".
Genau mit diesen Gefühl bin ich heute am späten Vormittag nach Mönchengladbach gefahren, um an einem kleinen, jedoch sehr gut organisierten Halbmarathon teilzunehmen. Diesen Lauf habe ich bei Vicsystem als Wettkampf angegeben, die vorgebene Zielzeit wurde mit 1:45h mitgenommen. Kann diese Zeit das Ziel sein? Immer wieder diese Erfahrungen, auf den kurzen Distanzen dann doch teilweise ohne große Vorbereitung recht gute Zeiten zu laufen, dies aber nicht mal auf die HM-Distanz übertragen können. So erlebt in Bonn, Essen war auch eher ein Streichergebnis. Der rechtsrheinische HM lief ja ganz gut, jedoch ohne wirklich ans Limit zu gehen.
Ein guter HM, nur einmal ein guter Lauf. So viele Kilometer in den Beinen, aber immer wieder geneigt, zu Beginn Tempo zu machen.
Sollte heute alles anders werden? Die äußeren Bedingungen entsprachen den Ansprüchen an den Herbst, wechselhaft, windig, regnerisch. Doch dann zeigt sich, daß es tatsächlich manchmal nur an Kleinigkeiten liegt.
Unterstützt durch eine nette Mail von Harald, in welcher er mir Mut zusprach und das Gefühl gab, dieses eine Ziel zu erreichen, dem neuen Trainingsplan, einen neuen Laufcomputer am Handgelenk sowie getragen von der Stimmung der letzten Trainingsläufe ging an den Start.
Die Tempokontrolle lief gut, mit dieser GPS-gesteuerten Schnitt-Anzeige war dann endlich die Gefahr gebannt, zu schnell zu starten. Der Plan schien aufzugehen, die erste Hälfte recht locker, dann langsam Tempo steigern. 10er-Marke, 47 min, alles im Plan, die zweite Neuerung kam zum Einsatz. Aus den umfangreichen Radeinheiten mit Patrick und auf seine Empfehlung hatte ich das erste mal auf der HM-Strecke ein Gel dabei, 11er-Marke, rein damit.
Dann geschah das Ereignis, welches solch kleine Veranstaltung recht charmant erscheinen lässt: Ein mir unbekannter Mitläufer reihte sich neben mir ein und sagte vollkommen lässig: "... wo warst Du, hast Du ´ne Pause gemacht?" Ich war sichtlich überrascht. Der Dialog ging weiter: "...komm, sieht total locker bei Dir aus..". Wir waren bei km 10. Der Lauf begann, gemeinsam nahmen wir Tempo auf, die Rundenzeiten gingen unter 4:30, teilweise unter 4:25. Bei einem km habe ich dann ein wenig rausgenommen, der Mitläufer hatte noch genug Luft um zu schreien: ".. los, komm..".
12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, das Tempo wurde gehalten, der Schnitt auf der Garmin ging immer weiter runter. 19, 20, Zieleinlauf. Der nette Mann mit der Stoppuhr rief: 1:36:18h. Ich kann es immer noch nicht glauben. Mit dem netten Mitläufer abgeklatscht und dann im Regen nach Hause gefahren.
Laufen kann so schön sein.
Stefan
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Lieber Stefan,
AntwortenLöschenich gratuliere Dir zu Deiner Klasse-Leistung! Super...:o))
Susann